Über meine Arbeitsweise

Von der Keramikindustrie zum künstlerischen Arbeiten

Ich komme ursprünglich aus der Keramikindustrie und habe in den 1960er Jahren Gebrauchsgeschirre und Dekore für die Schramberger Majolika entworfen. Manchmal begegnen mir noch heute auf Antiquitäten- und Raritätenmärkten meine Entwürfe aus den 1960-70er Jahren.

Mit Gründung meiner eigenen Werkstatt 1978 habe ich jedoch begonnen, meine eigene Arbeitsweise zu entwickeln; die Entwurfsarbeit für die industrielle Serienproduktion habe ich dabei zu Gunsten des freien, künstlerischen Arbeitens eingetauscht. Es sollte jedoch noch ein paar Jahre dauern, bis ich von der Gefäßkeramik zu meiner jetzigen Leidenschaft fand und das mich bis heute unendlich fasziniert: der Garten. Für mich sind der Garten, Flora und Fauna ein unendlicher Fundus an Ideen, Inspirationen und Formen.

Ich beobachte die Tiere und Pflanzen in meinem Garten und lasse sie für meine Arbeiten Modell stehen. So entsteht eine Symbiose aus Kunst und Natur, die ständig in Bewegung ist. Es ist wie ein Kreislauf: Mein Garten spiegelt sich in meiner Keramik, die wiederum meinen und zahlreiche andere Gärten schmückt.

Viele meiner unzähligen „Paradiesvögel“ entstanden im Garten.
An schönen Sommertagen richte ich meinen Arbeitsplatz im Garten ein.

Vielfalt an Mustern und Strukturen

Ich schöpfe meine Ideen aus der Natur, aus meinem Garten und den Tieren, die ich dort beobachte. In meinen Keramikarbeiten spiegeln sich diese organischen Vorbilder in unerschöpflichen Details, Strukturen und Mustern wieder. Meine Vorlagen und Stempel dafür begegnen mir überall und ich besitze mittlerweile einen großen Fundus: Mit einem Stein, den ich einmal am Strand der kroatischen Insel Pag gefunden habe, drücke ich blasige Strukturen in den Ton. Korallen, die mir eine Freundin aus Kuba mitgebracht hat und die von den Wellen am Strand rundgespült wurden, verwende ich als Rollstempel für Paradiesvögel und kleine Vögelchen. Auch habe ich in paar alte Stempel in meiner Sammlung, die noch aus meinen ersten Jahren als Keramikerin stammen; schon in den 1960ern habe ich angefangen Stempel zu schnitzen, um damit Fliesen, und viele andere Keramikobjekte zu schmücken. Bis heute streife ich durch Märkte und Gartenausstellungen auf der Suche nach neuen Strukturen und Mustern. So habe ich beispielsweise eine Sammlung an indischen Holzstempeln entdeckt, die ich unter anderem für meine Gartenschmuckobjekte wie Knospen, Blüten und Samenkapseln verwende.

Blick in die Werkstatt. Gerade entstehen Keramikblumen und „Paradiesvögel“
Einige „Mädchenfiguren“ sind in Arbeit
Zaunkönige und Kleibervögel werden bemalt.
Blick in den Brennofen vor dem Brand
Blick in den Brennofen nach dem Brand
Eine Schleiereule entsteht

Farben und Glasuren

Es ist der Farbenrausch des Gartens, den ich in meinen Keramiken wiedergeben möchte, denn die Keramik und der Garten inspirieren sich immer gegenseitig. Für mich gibt es nichts schöneres, als den Garten im Wechselspiel der Jahreszeiten zu beobachten; während die Keramik immer gleich bleibt, verändert sich der Garten ständig. Mein Lieblingsbeet ist zum Beispiel das Mauerbeet, in dem Rosen blühen und eine blaue Clematis; darin steht eine Keramikstele in hellblauen, dunkelblauen, grünen und lederfarbenen Tönen. Im Frühsommer blühen drum herum blaue Glockenblumen. Wenn diese verblüht sind kommt das blaue Eisenkraut. Das ganze Beet ist blau und rosa, ein Farbenrausch, in dem die Keramik immer anders aussieht. Dahinter steht mein großer Fundus an Glasuren, Farben und Engoben, meine Farbenspektren sind immer blau-türkis und rosa-lila.

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